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Wiediker Herbsttreffen: Herzlichkeit, Austausch und gelebter Quartiergeist

Ralph Stettler
4. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Sept.

Am Samstag, 29. August 2026, fand auf der Schmiede Wiedikon vor dem Zunft- und Quartierrestaurant Falken das zweite Wiediker Herbsttreffen statt. Eingeladen hatten der Quartierverein Wiedikon und die Zunft zu Wiedikon. Rund 200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich in unge­zwungener Atmosphäre zu begeg­nen, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Zahlreiche Gäste freuten sich über einen schattigen Platz vor dem Falken.
Zahlreiche Gäste freuten sich über einen schattigen Platz vor dem Falken.

Ein Herbsttreffen Ende August bei sommerlichen 25 Grad? Die Antwort der Organisatoren darauf lautet mit einem Augenzwinkern: Die Wiediker waren schon immer ihrer Zeit etwas voraus. So zählt die Zunft zu Wiedikon zu den ältesten Quartierzünften Zürichs und wurde bereits 1897 gegründet. Auch der Quartierverein engagiert sich seit 1917 für die Interessen des Quartiers.

Der eigentliche Grund liegt jedoch auf der Hand: Nach den Sommerferien nimmt das Ver­eins- und Zunftleben jeweils rasch wieder Fahrt auf, und die Terminkalender füllen sich schnell. Des­halb beginnt der Wiediker Herbst­an­lass etwas früher als anderswo. Viel­leicht sogar früher als jedes andere Herbstfest der Welt, noch vor dem Münchner Oktoberfest und lange vor dem astronomischen Herbst­beginn. Eben typisch Wiedikon.

Aus Alt mach Neu, inklusive Wiedikerli

Der Anlass knüpft an eine lange Tra­di­tion an. Während mehr als zwanzig Jahr­en traf man sich zum Bürgertrunk nach dem Sonntags­gottes­dienst. Heu­te steht beim Herbsttreffen der un­ge­zwun­ge­ne Austausch am Samstag­mit­tag im Vorder­grund. Neben viel­fäl­tig­en Geträn­ken durfte dabei natürlich auch das legendäre «Wiedikerli» nicht feh­len, das längst über die Quartier­gren­zen hinaus be­kannt und ge­schätzt wird.

Das «Wiedikerli», die Zürcher Kult-Rostbratwurst
Das «Wiedikerli», die Zürcher Kult-Rostbratwurst

Wiedikon – eine Herzenssache

Mit kräftiger Stimme und grossem Wiediker Herz begrüsste Statthalter Stefan Mathys die Gäste.
Mit kräftiger Stimme und grossem Wiediker Herz begrüsste Statthalter Stefan Mathys die Gäste.

Unter dem Motto «Wiedike ligt eus am Herze» begrüsste Statthalter Stefan Mathys in Ver­tretung des Zunftmeisters die Gäste. Mit viel Herzblut für Wie­di­kon erinnerte er daran, wie wichtig ge­leb­te Gemeinschaft, per­sön­liche Be­geg­nun­gen und die Verbundenheit mit dem Quartier sind.

Der Quartiervereinspräsident Dr. Josef Widler zeigte seinerseits mit der Vor­stel­lung von Politikerinnen und Poli­ti­kern verschiedener Parteien, dass die politische Vielfalt in Zürich weiter­hin lebendig ist. Von links bis rechts sowie aus der politischen Mitte waren unter­schiedliche Stimmen vertreten.

Quartiervereinspräsident Dr. Josef Widler (links) nutzte die Gelegenheit, den Besucher­innen und Besuchern die im Quartier en­ga­gier­ten Politikerinnen und Politiker nähe­rzu­bringen.
Quartiervereinspräsident Dr. Josef Widler (links) nutzte die Gelegenheit, den Besucher­innen und Besuchern die im Quartier en­ga­gier­ten Politikerinnen und Politiker nähe­rzu­bringen.

Besonders eine Aussage des Quartier­vereins­präsidenten war prägnant und mehrmals zu hören: Man solle die Ener­gie nicht in Themen investieren, bei de­nen bereits Einigkeit herr­sche, son­dern dort gemeinsam ansetzen, wo un­ter­schied­li­che Auf­fas­sung­en be­stün­den.

Einigkeit braucht es, jedoch Fortschritt entsteht dort, wo verschiedene Mei­nung­en aufeinan­dertreffen, diskutiert und gemeinsam Lösungen gesucht würden. Eine Botschaft, die nicht nur für Wiedikon, sondern auch für die Stadt Zürich aktueller denn je erscheint.

Und wenn es tatsächlich einen Wie­di­ker Geist gibt, dann war er an diesem Tag ganz klar auf Seiten der Gastgeber. Bei strahlendem Sonnen­schein wurde einmal mehr sichtbar, was Wiedikon auszeichnet: Herzlichkeit, Ge­mein­schaft und die vielen kleinen und gros­sen Din­ge, die dieses Quartier so be­son­ders machen. Herzlichen Dank an alle, die diesen Anlass ermöglicht hat­ten

Autor: Ralph Stettler, Schreiber der Zunft zu Wiedikon, 29. August 2026

Bilder: Zunft zu Wiedikon

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