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Vernetzungsanlass: Gemeinsam fürs Drüü!

Andreas Schenzle
vor 1 Tag
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Stunden

Bereits zum sechsten Mal führte der Quartierverein seine Vernetzungs­ver­an­stal­tung durch. Mit 30 teilnehmenden Organisationen und insgesamt 45 Personen war das Interesse so gross wie noch nie. Gegenüber den Vor­jah­ren konnte die Beteiligung damit nochmals deutlich gesteigert werden (2021–2023 und 2025: jeweils 12–13 Or­ga­ni­sa­tion­en; 2024: 19 Or­ga­ni­sa­tion­en).

Allgemein gute Stimmung beim Vernetzen
Allgemein gute Stimmung beim Vernetzen

In den ersten fünf Jahren kamen vor­wie­gend Vereine und andere gemein­nützige Organisa­tion­en aber nur sehr wenige Gewerbe zum Vernetzungs­anlass. Dieses Jahr hat man zusätz­lich viel Wert darauf gelegt, noch mehr Firmen mit ins Boot zu holen. Letztlich waren 10 Unternehmen bei der dies­jäh­ri­gen Veranstaltung vertreten.

Auch der QV-Vorstand war über­durch­schnitt­lich gut vertreten: Neben den Organisierenden Céline Büchel und Andreas Madlener und dem Präsi­den­ten, Sepp Widler, halfen auch Jesca Li, Anton Auer, und die beiden Vor­stands­an­wär­ter Alex Eicher und Andreas Schenzle das Netz zu spinnen.

Die Anlass-Organisierenden Céline Büchel, QV-Verantwortliche für Firmen, und Andreas Madlener, QV-Verantwortlicher für Vereine und Gastgeber
Die Anlass-Organisierenden Céline Büchel, QV-Verantwortliche für Firmen, und Andreas Madlener, QV-Verantwortlicher für Vereine und Gastgeber

In diesem Jahr war der Veranstaltungs­ort die Terrasse und das Restaurant des Seniorama Burstwiese, das gross­zü­gi­ger­weise von QV-Vorstands­mitglied und Heimleiter Andreas Madlener zur Verfügung gestellt wurde. Ihm und Céline Büchel wird zudem herzlich für die erfolgreiche Anwerbung der Or­ga­ni­sa­tion­en und die hervorragende Realisierung der Veranstaltung gedankt.

Auf ein Rahmenprogramm wie in frü­her­en Jahren wurde diesmal verzichtet. Folglich stand diesmal – auch bedingt durch die hohe Zahl an Teilnehmenden – die Vernetzung exklusiv im Mittel­punkt. Zur Be­grüs­sung gab es Snacks und Getränke, u.a. Wein mit und ohne Alkohol. Die ankommenden Leute kannten keine Scheu, und vernetzten sich von Anfang an ohne explizite Auf­for­de­rung. Bis zu den Reden hatten sich die Meisten schon warm ge­plau­dert.

Quartiervereinspräsident Sepp Widler bei seiner Ansprache
Quartiervereinspräsident Sepp Widler bei seiner Ansprache

QV-Präsident Sepp Widler eröffnete den Redenreigen. Er war erleichtert, dass er in diesem Jahr nicht für die Organisation der Veranstaltung ver­ant­wort­lich war, so dass er ihn voll­kommen entspannt geniessen konnte. In den­ Mittelpunkt der kurzen Ansprache rückte er eine interessante Statistik: «Wiedikon hat 51'434 Einwohner (Stand 31.12.2024). Was viele nicht wissen, ist, dass es im Quartier auch rund 50'000 Arbeitsplätze gibt. Wiedikon besitzt also nicht nur den grössten Zürcher QV, sondern bietet auch die meisten Arbeitsplätze in der Stadt.»

Dann gab er das Wort an Andreas Madlener. Er sprach davon, wie wichtig die Vernetzung der Bewohnerinnen und Bewohner mit den Organisationen im Quartier ist. Neue Kontakte, Ver­trau­en, Wertschätzung und gemeinsame Ideen entstehen, gleichzeitig wird das Ge­mein­schafts­­gefühl sowie die Iden­ti­fikation mit dem Quartier gestärkt. So wird Zusammen­arbeit gefördert und Wiedikon als lebendiger, inklusiver Ort weiter­entwickelt.

Das Serviceteam des Senioramas um Ilija Milic-Lukic machte einen tipp-topp Job.
Das Serviceteam des Senioramas um Ilija Milic-Lukic machte einen tipp-topp Job.

In Céline Büchels Rede lag der Fokus auf der Vorstellung der zukünftigen Wiediker Card. Sie beruht auf einer Idee des QVs, soll über den Verein Gewerbe Zürich 3 verwirklicht werden und für eine Beteiligung aller Organi­sationen in Wiedikon offen sein. Mit dem Besitz der Card sollen zukünftig allerlei Vergünstigungen im Quartier verbunden sein. Von ihr werden die Bewohnerinnen und Bewohner, Ver­eine, Gewerbetreibende und Insti­tu­tionen – kurz gesagt – das Quartier als Ganzes profitieren (→ Slogan «Gemeinsam im Drüü»). Sie bat die anwesenden Organisationen, ein Formular mit ihren Ideen für einen Beitrag zur Wiediker Card auszufüllen und an sie zu übergeben. Ausserdem freut sie sich, wenn interessierte Or­ga­ni­sa­tion­en noch weitere Ideen für An­ge­bo­te per e-Mail an celine.buechel@quartierverein-wiedikon.ch schicken.

Zuletzt sprach Markus Böniger Co-Präsident des Vereins Gewerbe Zürich 3 mit 170 Mit­gliedern. Bekannt ist der Slogan des Vereins «Lueg zerscht im Drüü». Er ging auch auf die Wiediker Card ein, und erwähnte, dass es schon 36 Angebote aus seinem Ver­ein gibt. Als Inspiration trug er den Ab­lauf eines imaginären Tages im Quar­tier vor, was hier in einer anderen, vom Autor des Artikel erdachten Ver­sion wieder­ge­ge­ben wird:

Am Morgen bekommt Frau oder Mann 10% beim Einkauf im Blumengeschäft, geht zum Coiffeur und spart 10%, ent­schei­det sich beim Blick in den Spiegel für eine alternative Frisur uns spart nochmals 20%, bevor sie/er eine Gratis­untersuchung beim Quartier­zahn­arzt hat, der den Rabatt für die not­wen­di­gen Behandlungen erwähnt, was die Person dazu bewegt, sich über eine Zahnarzt­zusatz­ver­sicher­ung bei einer grossen Versicherung beraten zu lassen, die zu Vorzugskonditionen ab­ge­schlos­sen werden kann.

Am Mittag geniesst die Person trotz kariöser Zähne das Mittagsmenü beim Quartiers­metzger für CHF 11.- statt 13.-, entscheidet sich ob der vielen aufgenommenen Kalorien für ein 60­mi­­ti­ges Probetraining beim Fit­ness­trainer und macht dann er­schöpft ein Nicker­chen.

Das Schreien der Kinder reisst die Person nachmittags je aus dem Schlaf - gerade noch rechtzeitig, um sich die Platzprioritäten und das individuelle Angebot in der lokalen Kinder­grippe zu sichern, und die von den Kleinen malträtierten Holzmöbel beim Schrei­ner zu 10% Rabatt für den ersten Auf­trag und 5% Rabatt für die Folge­aufträge reparieren zu lassen, was den Kaminfeger dazu animiert noch zu­sätz­lich 15% Rabatt für die erste Hei­zungs-/Kamin­reinigung zu geben.

Nachdem die Kleinen frisch aus­ge­schlaf­en aus der Kindergrippe ab­ge­holt werden, gehts mit der gan­zen Familie direkt zum gemeinsamen, rabattierten Tanzkurs, wobei das Studio stolz von ihrem 10%-Spardeal für ge­kauf­te High-End-Geräte im Elek­tro­nik­geschäft berichtet, und dann wollen die Kids unbedingt noch ins Res­tau­rant, wo ihnen aber der Gratis-Kaffee nach dem Essen verweigert wird, denn sie sollen doch schleunigst ins frisch reparierte Bett­chen, so dass sich die Eltern endl­ich bei einem «2 für 1» Aus­schank­bier von Turbinen­bräu entspannen können.

Nach der humoristischen Einlage ver­leg­te sich die Gesellschaft von der Ter­ras­se ins Res­taurant, wo sich die Gäste am Tisch beim Essen und Trin­ken weiter austauschten. Das ange­bo­te­ne Menü, das auch vegane Op­tion­en enthielt, ist allgemein sehr gut an­ge­kom­men. Alle schienen guter Dinge und waren mit dem Abend sehr zufrieden. Das Feedback der befrag­ten Gäste war beim Abschied jedenfalls ausschliesslich positiv.

Seit 2021 haben die 25 Quartiervereine von der Stadt Zürich die Aufgabe über­nommen, einmal im Jahr mit allen in­te­res­sier­ten Quartierorganisationen ein Vernetzungsanlass durchzuführen. Die­ser soll gemäss Stadtrat «dem In­for­ma­tions­austausch, der Vernetzung und der Koordination» im Gebiet des be­tref­fen­den QVs dienen. Mit der sechs­ten Auf­la­ge hat der QV Wiedikon end­gültig gezeigt, dass er die Aufgabe mit Bravour meistert.

Autor: Andreas Schenzle

Fotos: Jesca Li

Kopien der Wiediker Card und des zugehörigen Formulars: Céline Büchel

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