Vernetzungsanlass: Gemeinsam fürs Drüü!
Aktualisiert: vor 5 Stunden
Bereits zum sechsten Mal führte der Quartierverein seine Vernetzungsveranstaltung durch. Mit 30 teilnehmenden Organisationen und insgesamt 45 Personen war das Interesse so gross wie noch nie. Gegenüber den Vorjahren konnte die Beteiligung damit nochmals deutlich gesteigert werden (2021–2023 und 2025: jeweils 12–13 Organisationen; 2024: 19 Organisationen).

In den ersten fünf Jahren kamen vorwiegend Vereine und andere gemeinnützige Organisationen aber nur sehr wenige Gewerbe zum Vernetzungsanlass. Dieses Jahr hat man zusätzlich viel Wert darauf gelegt, noch mehr Firmen mit ins Boot zu holen. Letztlich waren 10 Unternehmen bei der diesjährigen Veranstaltung vertreten.
Auch der QV-Vorstand war überdurchschnittlich gut vertreten: Neben den Organisierenden Céline Büchel und Andreas Madlener und dem Präsidenten, Sepp Widler, halfen auch Jesca Li, Anton Auer, und die beiden Vorstandsanwärter Alex Eicher und Andreas Schenzle das Netz zu spinnen.

In diesem Jahr war der Veranstaltungsort die Terrasse und das Restaurant des Seniorama Burstwiese, das grosszügigerweise von QV-Vorstandsmitglied und Heimleiter Andreas Madlener zur Verfügung gestellt wurde. Ihm und Céline Büchel wird zudem herzlich für die erfolgreiche Anwerbung der Organisationen und die hervorragende Realisierung der Veranstaltung gedankt.
Auf ein Rahmenprogramm wie in früheren Jahren wurde diesmal verzichtet. Folglich stand diesmal – auch bedingt durch die hohe Zahl an Teilnehmenden – die Vernetzung exklusiv im Mittelpunkt. Zur Begrüssung gab es Snacks und Getränke, u.a. Wein mit und ohne Alkohol. Die ankommenden Leute kannten keine Scheu, und vernetzten sich von Anfang an ohne explizite Aufforderung. Bis zu den Reden hatten sich die Meisten schon warm geplaudert.

QV-Präsident Sepp Widler eröffnete den Redenreigen. Er war erleichtert, dass er in diesem Jahr nicht für die Organisation der Veranstaltung verantwortlich war, so dass er ihn vollkommen entspannt geniessen konnte. In den Mittelpunkt der kurzen Ansprache rückte er eine interessante Statistik: «Wiedikon hat 51'434 Einwohner (Stand 31.12.2024). Was viele nicht wissen, ist, dass es im Quartier auch rund 50'000 Arbeitsplätze gibt. Wiedikon besitzt also nicht nur den grössten Zürcher QV, sondern bietet auch die meisten Arbeitsplätze in der Stadt.»
Dann gab er das Wort an Andreas Madlener. Er sprach davon, wie wichtig die Vernetzung der Bewohnerinnen und Bewohner mit den Organisationen im Quartier ist. Neue Kontakte, Vertrauen, Wertschätzung und gemeinsame Ideen entstehen, gleichzeitig wird das Gemeinschaftsgefühl sowie die Identifikation mit dem Quartier gestärkt. So wird Zusammenarbeit gefördert und Wiedikon als lebendiger, inklusiver Ort weiterentwickelt.

In Céline Büchels Rede lag der Fokus auf der Vorstellung der zukünftigen Wiediker Card. Sie beruht auf einer Idee des QVs, soll über den Verein Gewerbe Zürich 3 verwirklicht werden und für eine Beteiligung aller Organisationen in Wiedikon offen sein. Mit dem Besitz der Card sollen zukünftig allerlei Vergünstigungen im Quartier verbunden sein. Von ihr werden die Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Gewerbetreibende und Institutionen – kurz gesagt – das Quartier als Ganzes profitieren (→ Slogan «Gemeinsam im Drüü»). Sie bat die anwesenden Organisationen, ein Formular mit ihren Ideen für einen Beitrag zur Wiediker Card auszufüllen und an sie zu übergeben. Ausserdem freut sie sich, wenn interessierte Organisationen noch weitere Ideen für Angebote per e-Mail an celine.buechel@quartierverein-wiedikon.ch schicken.
Zuletzt sprach Markus Böniger Co-Präsident des Vereins Gewerbe Zürich 3 mit 170 Mitgliedern. Bekannt ist der Slogan des Vereins «Lueg zerscht im Drüü». Er ging auch auf die Wiediker Card ein, und erwähnte, dass es schon 36 Angebote aus seinem Verein gibt. Als Inspiration trug er den Ablauf eines imaginären Tages im Quartier vor, was hier in einer anderen, vom Autor des Artikel erdachten Version wiedergegeben wird:
Am Morgen bekommt Frau oder Mann 10% beim Einkauf im Blumengeschäft, geht zum Coiffeur und spart 10%, entscheidet sich beim Blick in den Spiegel für eine alternative Frisur uns spart nochmals 20%, bevor sie/er eine Gratisuntersuchung beim Quartierzahnarzt hat, der den Rabatt für die notwendigen Behandlungen erwähnt, was die Person dazu bewegt, sich über eine Zahnarztzusatzversicherung bei einer grossen Versicherung beraten zu lassen, die zu Vorzugskonditionen abgeschlossen werden kann.
Am Mittag geniesst die Person trotz kariöser Zähne das Mittagsmenü beim Quartiersmetzger für CHF 11.- statt 13.-, entscheidet sich ob der vielen aufgenommenen Kalorien für ein 60minütiges Probetraining beim Fitnesstrainer und macht dann erschöpft ein Nickerchen.
Das Schreien der Kinder reisst die Person nachmittags je aus dem Schlaf - gerade noch rechtzeitig, um sich die Platzprioritäten und das individuelle Angebot in der lokalen Kindergrippe zu sichern, und die von den Kleinen malträtierten Holzmöbel beim Schreiner zu 10% Rabatt für den ersten Auftrag und 5% Rabatt für die Folgeaufträge reparieren zu lassen, was den Kaminfeger dazu animiert noch zusätzlich 15% Rabatt für die erste Heizungs-/Kaminreinigung zu geben.
Nachdem die Kleinen frisch ausgeschlafen aus der Kindergrippe abgeholt werden, gehts mit der ganzen Familie direkt zum gemeinsamen, rabattierten Tanzkurs, wobei das Studio stolz von ihrem 10%-Spardeal für gekaufte High-End-Geräte im Elektronikgeschäft berichtet, und dann wollen die Kids unbedingt noch ins Restaurant, wo ihnen aber der Gratis-Kaffee nach dem Essen verweigert wird, denn sie sollen doch schleunigst ins frisch reparierte Bettchen, so dass sich die Eltern endlich bei einem «2 für 1» Ausschankbier von Turbinenbräu entspannen können.
Nach der humoristischen Einlage verlegte sich die Gesellschaft von der Terrasse ins Restaurant, wo sich die Gäste am Tisch beim Essen und Trinken weiter austauschten. Das angebotene Menü, das auch vegane Optionen enthielt, ist allgemein sehr gut angekommen. Alle schienen guter Dinge und waren mit dem Abend sehr zufrieden. Das Feedback der befragten Gäste war beim Abschied jedenfalls ausschliesslich positiv.
Seit 2021 haben die 25 Quartiervereine von der Stadt Zürich die Aufgabe übernommen, einmal im Jahr mit allen interessierten Quartierorganisationen ein Vernetzungsanlass durchzuführen. Dieser soll gemäss Stadtrat «dem Informationsaustausch, der Vernetzung und der Koordination» im Gebiet des betreffenden QVs dienen. Mit der sechsten Auflage hat der QV Wiedikon endgültig gezeigt, dass er die Aufgabe mit Bravour meistert.
Autor: Andreas Schenzle
Fotos: Jesca Li
Kopien der Wiediker Card und des zugehörigen Formulars: Céline Büchel



