Aemtleranlage wird saniert
- Quartierverein Wiedikon

- 5. März
- 3 Min. Lesezeit

Die Aemtleranlage wurde 1972 erstellt. Nun steht eine Sanierung an. Grün Stadt Zürich (GSZ) hat einen Mitwirkungsprozess für die Quartierbevölkerung sowie betroffene Ämter, Dienststellen und weitere Akteure gestartet. Nach Gesprächen und Interviews mit Direktbetroffenen soll die Öffentlichkeit am Montag, 16. März in Anwesenheit von Stadträtin Simone Brander informiert werden (siehe Flyer am Schluss).
Die zuständige GSZ-Projektleiterin Kathleen Puruckherr freut sich auf den Anlass: «Wir wollen den Park für die nächste Generation instand stellen sowie eine hohe Gestaltungs- und Nutzungsqualität für das Quartier erreichen.» Auch der Quartierverein Wiedikon wurde im Vorfeld zu seinen Vorstellungen befragt. Eingeladen waren ferner das Quartiernetz 3, die Gesellschaft für Schülergärten, die Schulleitungen der Schulen Aemtler A (Primar) und D (Betreuung), Soziokultur Kinder, Offene Jugendarbeit Kreis 3 & 4, sip züri, Stadtpolizei (Kreiswache 3), Entsorgung und Recycling Zürich sowie die Kreisschulpräsidentin Limmattal Katrin Wüthrich.

Interessant ist die Geschichte der Aemtleranlage. Ursprünglich lag dort der Friedhof Wiedikon, der 1893 im Zuge der Eingemeindung zur Stadt Zürich kam und als «Abteilung B» dem Friedhof Sihlfeld zugeschlagen wurde. Eine historische Foto von 1908 zeigt, wie der Platz neben den beiden Schulhäusern von Gräbern gesäumt war. 1962 fällte die Stadt Zürich den Grundsatzentscheid, diese Teile des Friedhofs in eine öffentliche Parkanlage umzuwandeln. So wurde aus der «Abteilung B» des Friedhofs Sihlfeld 1969 bis 1972 die heutige Parkanlage Aemtler.
Im Laufe der Jahre wurden kleinere Anpassungen vorgenommen: ein öffentlicher Spielplatz mit Pergola errichtet, ein Schülergarten, eine Entwässerungsmulde sowie neue Bäume gepflanzt. Gemäss Grün Stadt Zürich ist die Aemtleranlage heute «ein stark frequentierter Park mit quartierweiter Ausstrahlung». Seit 1972 gab es keine umfassende Sanierung mehr, die Pergola hat etwas Rost angesetzt. Während die Wege weitgehend intakt sind, «leiden Bäume und Sträucher teilweise an veränderten Klima-Bedingungen».
Im Jahr 1997 wurde der gesamte Friedhof Sihlfeld inkl. Teil B als Objekt kantonaler Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt. Gemäss Aussage von Grün Stadt Zürich wird das Inventarblatt für den Friedhof Sihlfeld «zur Zeit» durch den Regierungsrat festgesetzt. Die (inzwischen leere) Urnennischenwand direkt hinter dem Durchgang von der Aemtleranlage zum Friedhof Sihlfeld ist ebenfalls denkmalgeschützt. Für den Quartierverein Wiedikon wird interessant zu verfolgen sein, ob die Festsetzung des Inventarblattes Auswirkungen auf den immer noch latenten Streit zwischen Grabmietern und Stadt Zürich (Bestattungs- und Friedhofamt) hat. Wie wir – Stand März 2026 – vom involvierten Kläger M.R. erfahren haben, gehen die Gespräche zwischen den beiden Parteien weiter.
GSZ-Projektleiterin Kathleen Puruckherr ist sich offenbar der Sensibilitäten in diesem Bereich bewusst, hielt sie doch in einer «Dialogveranstaltung» vom 2. März mit den oben erwähnten Quartierakteuren fest, dass «alle geplanten Massnahmen, die den kunst- und kulturhistorischen Charakter beeinträchtigen könnten», in Absprache mit der Gartendenkmalpflege zu realisieren seien. Es gebe bezüglich Aemtleranlage «eine Selbstbindung der Stadt Zürich für den historisch bedeutsamen Park». Diese wurde offenbar durch das Gartenbauamt zwischen 1968 und 1972 erstellt beziehungsweise formuliert. Der Spielraum der Sanierung ist mit anderen Worten sehr eingeschränkt. Wesentliche Bestandteile der Anlage inklusive Wegführung und Materialisierung sollten grundsätzlich erhalten bleiben.



Der Projektperimeter der geplanten Sanierung zeigt Umfang und Ausmasse der Parkanlage Aemtler, im Nordwesten begrenzt durch den Friedhof Sihlfeld, im Südosten durch die Schulhäuser Aemtler, deren Sportplatz und das Betreuungsgebäude. Im Nordosten grenzt der Perimeter an die Aemtlerstrasse, im Südosten ragt eine schmale Spitze des Parks über die Saumstrasse hinaus bis zum Beginn des Leonhard-Ragaz-Weges entlang der Friedhofsmauer.
Gleichzeitig ist geplant, die Schulhäuser Aemtler A (Primar) und B (Sekundar) bis 2032 zu sanieren. Der Quartierverein hat darüber im Januar 2025 berichtet: «Aemtler Schulhaus wird saniert». Allerdings ist der im Sommer 2025 erfolgte Baustart bereits wieder durch einen Anwohnerrekurs blockiert. Auch darüber haben wir letzten Herbst auf unserer Website informiert: «Was ist los auf der Aemtlerwiese?». Auch nach einem halben Jahr scheint der Rechtsstreit noch nicht beigelegt. Gemäss Anwohner Pete Mijnssen vom Quartiernetz 3 sei der Fall nun vor Verwaltungsgericht hängig.


Grün Stadt Zürich hofft, dass ihre Konzeptstudie, die nur «so viel wie nötig und so wenig wie möglich» an Sanierung vorsehe, in der Öffentlichkeit und Anwohnerschaft auf Zustimmung stösst. Geplant sind: eine Erneuerung von Spielplatz, Pergola und Sickermulde, eine räumliche Abgrenzung zur Urnennischenwand, die visuelle Öffnung des Schülergartens sowie die teilweise Neubepflanzung der Anlage. Von grundsätzlichen Neuerungen ausgeschieden ist die Schulspielwiese, die teils von Vereinen, teils aber auch abends und am Wochenende von quartierfremden Fussballgruppen benutzt wird.
Alle Fotos: Grün Stadt Zürich (sofern nicht anders vermerkt). Mehr zum Mitwirkungsverfahren: mitwirken.stadt-zuerich.ch/sanierung-aemtleranlage




