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Erstes, aber nicht einmaliges Wiediker Herbstreffen

Autorenbild: Céline Büchel
Céline Büchel
19. Sept. 2025
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Aug.

ÖV-Nutzende an der Tramhaltestell­e Schmie­de Wie­dikon rät­seln: Was passiert beim Fal­ken? Warum we­hen dort Fahnen?
ÖV-Nutzende an der Tramhaltestell­e Schmie­de Wie­dikon rät­seln: Was passiert beim Fal­ken? Warum we­hen dort Fahnen?

Das Re­staurant Fal­ken be­kränzt mit Wie­diker Fah­nen – was ist da los?

Keller’s Grill & Cate­ring: Wiedi­kerli und Veggie-Spiess­e side by side
Keller’s Grill & Cate­ring: Wiedi­kerli und Veggie-Spiess­e side by side

Die Zunft zu Wiedi­kon und der Quartier­vere­in Wie­dikon la­den am 13. Sep­tember 2025 um die Mittags­zeit Bewoh­nerinnen und Bewoh­ner des Quartiers, Zünfter und An­gehörige so­wie Gäs­te zum ers­ten Wie­diker Herbsttref­fen ein. Die Veran­staltung soll den Aus­tausch zwi­schen dem Quar­tier und der Zunft ver­tiefen und die Verbun­denheit stär­ken.

Die bei­den Orga­nisationen ha­ben mit ca. 50 Perso­nen gerechn­et, aber es ka­men über 100. Dass die Gratis­abgabe von Würsten und Geträn­ke mit­half, ist unbe­stritten. Aber ne­ben brutzelnd­en Wiedik­erli der Metzge­rei Kel­ler gab es auch die Mög­lichkeit, mit Parlamen­tariern aus sechs ver­schiedenen Par­teien ins Ge­spräch zu kom­men.

Alt-Zunftmeister Dr. Hans Keller weiss: Heute steigt das 1. Wiedi­ker Herbst­treffen
Alt-Zunftmeister Dr. Hans Keller weiss: Heute steigt das 1. Wiedi­ker Herbst­treffen

Um elf Uhr tra­fen die ers­ten Gäs­te ein, quer durch alle Gene­rationen. Wäh­rend die ers­ten Brat­würste ver­zehrt wur­den, frag­te man sich, ob noch eine Rede fol­gen wür­de – und ob die Politpromin­enz schon da sei. Um Viertel nach elf rief Prä­sident Urs Rau­ber vom Quartier­verein von der Falken­treppe aus: «Bit­te alle in den Saal, zwei An­sprachen ste­hen be­vor.»


Nachdem alle ihren Platz ge­funden hat­ten, er­griff Urs Rau­ber das Wort. Er hiess die zahlrei­chen Gäs­te herz­lich willkomm­en, freu­te sich über die gros­se Re­sonanz und be­grüsste na­mentlich die 12 an­wesenden Po­litikerinnen und Po­litiker.

Besucher und Politi­kertische im Fal­ken Oberge­schoss
Besucher und Politi­kertische im Fal­ken Oberge­schoss

Vom Kan­tonsrat wa­ren da: Mandy Abou Shoak (SP), Si­bylle Mar­ti (SP), An­gie Ro­mero (FDP), Ro­land Scheck (SVP) und Josef Wid­ler (Mitte). Den Ge­meinderat reprä­sentierten Flurin Ca­paul (FDP), Mar­kus Ha­selbach (Mit­te), Beat Ober­holzer (GLP), De­rek Richter (SVP), Urs-Ri­klin (Grüne), Anna-Béa­trice Schmaltz (Grü­ne) und Ma­rita Ver­bali (FDP). Ein beeindruc­kender Auf­marsch: «Das bringt nur der Quartier­verein zu­stande», sagte Urs Rau­ber und lobte die Zusam­menarbeit mit der Zunft.


Zunftmeister Mi­chael Im­hof, der seit zwei Jah­ren an der Spit­ze der Zunft steht, dank­te insbeson­dere Mar­cel Meister­hans, der für Idee und Umsetz­ung des Anlas­ses verant­wortlich war. Er hob her­vor, dass es bei die­sem An­lass vor um Be­gegnung, Aus­tausch so­wie die Pfle­ge von Geselligk­eit und Freund­schaft gehe. Er lud die An­we­sen­­den ein, den Be­cher zu erhe­ben – auf die Ver­bindung zwi­schen Quartier­verein und Zunft, auf die Stadt Zü­rich und auf das schönste Quartier der Stadt: «Wiedi­kon lebe hoch! Hoch! Hoch – zum Wohl!»


Zunftinteressent Tony Hr­nek sorgt am Klavier für mun­tere Klänge
Zunftinteressent Tony Hr­nek sorgt am Klavier für mun­tere Klänge

Mit sei­ner launi­gen Bemerk­ung – «Bi ois git’s gra­tis Wurscht und Bier, und bim Al­bisgüetli gasch mit di­ckem Portmon­naie ane und mit di­ckem Ran­ze wie­der hei» – spielte der Zunft­meister augen­zwinkernd auf das Knaben­schiessen an. So stell­ten sich man­che Gäs­te die Fra­ge, ob das erste Wie­diker Herbsttref­fen womögl­ich als Konkurrenzver­anstaltung ge­dacht sei. Doch das war keines­wegs die Ab­sicht – viel­mehr könn­ten sich die bei­den An­lässe so­gar ge­genseitig beflüg­eln. Schliess­lich liegt das Herbsttref­fen auf di­rektem Weg zum Kna­benschiessen.


Für ei­nen beson­deren musikali­schen Ak­zent nach den Re­den sorg­te Zünfter Tony Hr­nek am Kla­vier mit dem Sächsilüü­te-Marsch.


Parlamentarier stellen sich ihren Wäh­lern: Jo­sef Wid­ler (2.v.l. / Mitte) und De­rek Richter (2.v.r. / SVP)
Parlamentarier stellen sich ihren Wäh­lern: Jo­sef Wid­ler (2.v.l. / Mitte) und De­rek Richter (2.v.r. / SVP)

Nun rich­tet sich der Blick auf die Politi­ker-Tische. Für die bei­den SP-Kantonsrätinn­en Mandy Abou Shoak und Sibyll­e Mar­ti stan­den Neu­gier und auch Nostal­gie im Vorder­grund. Si­bylle Mar­ti hatte frü­her in der Nähe der Schmie­de Wiedi­kon ge­wohnt, be­vor sie im Zusammen­hang mit ei­ner Familiengründ­ung im Kreis 9 eine neue Woh­nung fand (Stich­wort Gen­trifizierung). Im Ge­spräch wur­de zu­dem deut­lich, dass der Kreis 3 grös­ser ist, als er oft scheint und dass man für ge­wisse Wege schon ein bis zwei Mal um­steigen müs­se. E-Trottinett­e stos­sen bei ih­nen da­bei nicht un­bedingt auf Sym­pathie.


Auch bei der SVP scheint die Wohnungs­not ein be­wegendes The­ma zu sein. So be­richtete Ge­meinderat De­rek Rich­ter, dass es auch Käu­fer von Immo­bilien vom Kreis 3 in den Kreis 11 zie­he. Zusätzl­ich bedankt er sich für den innovati­ven Event mit Potenz­ial und meinte, er wür­de sehr ger­ne bei nächster Gele­genheit wie­der kommen.

Intensive Diskus­sion zwi­schen SP und FDP: Links die Kantonsrät­innen Sibyll­e Marti und Mandy Abou Shoak, rechts Gemein­derat Flurin Ca­paul
Intensive Diskus­sion zwi­schen SP und FDP: Links die Kantonsrät­innen Sibyll­e Marti und Mandy Abou Shoak, rechts Gemein­derat Flurin Ca­paul

Mehr und mehr fass­te die Wiedi­ker Bevöl­kerung Mut und nutz­te die Gele­genheit, den politis­chen Vertretun­gen mitzu­teilen, wo der Schuh drückt. So be­richtete Gemein­derätin Anna-Béat­rice Schmaltz (Grü­ne), sie habe das Feedback erhal­ten, das 9er-Tram solle bis zum Triemli und nicht nur bis ins Heu­ried fah­ren. Sie zeig­te sich er­freut, dass durch die­ses Ge­spräch ein ech­ter Wissensaus­tausch ent­stand – und zwar beid­seitig.

Auch die Mit­te so­wie die FDP wa­ren ver­treten – und dies gleich mit Persönlichk­eiten, die mehrer­e Hüte tra­gen. So etwa Josef Wid­ler, der so­wohl Mit­te Kan­tonsrat wie auch Vorstands­mitglied des Quartier­vereins Wiedik­on ist. Ebenso Flu­rin Ca­paul, der nicht nur poli­tisch als Gemeinder­at und im Quartierver­einsvorstand ak­tiv ist, son­dern zu­dem auch als Zunftin­teressent gilt.

Unsere Vertrete­rinnen im Kan­tons- und Gemeinder­at, zu­sammen mit der Vertre­terin der Frauen­zunft (2.v.r.)
Unsere Vertrete­rinnen im Kan­tons- und Gemeinder­at, zu­sammen mit der Vertre­terin der Frauen­zunft (2.v.r.)

Trotz man­cher Diffe­renzen – sei es rund um den Sihlfeld-Fried­hof, die Konzern­ver­antwor­t­ungs-Initiative oder das Netto-Null-Proj­ekt in Alt-Wiedi­kon – war man sich ne­ben vie­lem an­deren in ei­nem Punkt ei­nig: Wir alle schätzen Wiedik­on und wol­len, dass es auch künf­tig ein Trendquart­ier bleibt. Und wir sind über­zeugt davon, dass ein Wiedik­er Herbst­treffen dazu beitrag­en kann, zusam­menzukommen und ge­mein­sam die bes­ten Lö­sungen zu fin­den. Umso er­freulicher ist es, dass wir mit die­sem ers­ten Wie­diker Herbsttref­fen offenb­ar den richtig­en Ton ge­troffen ha­ben. Der Name deu­tet schon an, dass es eine Fort­setzung ge­ben soll. Nach dem gelung­enen Auf­takt ist es kei­ne Fra­ge, dass dies bald der Fall sein wird.

Zunft und Quartiervereinsv­orstand – glück­lich nach dem ers­ten Wie­diker Herbst­treffen
Zunft und Quartiervereinsv­orstand – glück­lich nach dem ers­ten Wie­diker Herbst­treffen

Text: Céline Büchel

Fotos: Quartierverein Wiedikon

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