Blumenstrauss und rote Laterne beim dritten Jassturnier
- Quartierverein Wiedikon

- 27. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Zum dritten Mal luden die Zunft zu Wiedikon und der Quartierverein zum Jassturnier ins Kirchgemeindehaus Friesenberg ein. Es war wiederum ein kalter unfreundlicher Samstag am 22.11.2025, als sich im kühlen Korridor – später im gewärmten Saal – gut 40 Personen einfanden. Passionierte und Anfänger, Frauen und Männer, auch ein paar Jugendliche waren darunter. Einige kannten sich, andere nahmen zum ersten Mal teil. Stimmung und Lärmpegel stiegen von Stunde zu Stunde.
Zu Beginn gaben die Organisatoren der Zunft Thomas Gerster und Michael Mazenauer die Regeln bekannt: Gespielt werden vier Durchgänge à 12 Spiele. Jedes Mal an einem neuen Tisch, jedes Mal mit einem anderen zugelosten Partner oder einer Partnerin. Vor dem Kartenausgeben wurde viel gelacht und gesprochen. Am Ende des Spiels wurde gezählt, gerechnet, geschrieben – und natürlich kommentiert. Jeder spielte für sich allein.


Aufmerksam, nachdenklich, innerlich ringend, irgendwann entschlossen ausspielend. Es sind Deutschschweizer Kartensets mit Wiediker Wappen auf der Rückseite. Das brachte den einen Glück, andern Pech. «50 Prozent machen die Karten aus, der Rest ist Können oder Glück», sagt ein Profi am Tisch.
Die zusammengewürfelte Jass-Community ist dieses Jahr etwas diverser als im letzten. An einem Tisch jasst gerade eine Mutter mit zwei Söhnen – ein Losglück, mindestens für die Mutter. «Das war mein persönliches Highlight», erklärt sie später. Mit dabei ist auch die letztjährige Siegerin Regina Bruttin, diesmal erreicht sie Schlussrang 30 von insgesamt 40 Teilnehmenden. Was die oben erwähnte Glücksregel bestätigt. Darüber zeigt sich der sehr mittelmässige Chronist heilfroh. «Uff, sie liegt zwei Plätze hinter mir», stellt er erleichtert fest.
Daneben gibt es eigentliche Cracks, die jedes Mal weit vorne liegen. Wie machen die das bloss, fragt sich mancher. Da strengt man sich an und landet jedes Mal im hinteren Drittel, wenn nicht gar in der Schlusslicht-Truppe. Mitmachen ist wichtiger als gewinnen, sagt ein kluger Kopf. Doch der Bauch gehört eben auch zum Menschen. Das Jassturnier lehrt einen immer wieder eine Lektion Demut.
Doch zurück zu den hard Facts. Auch dies Mal gewinnen wieder – zum dritten Mal in Folge – Frauen das Turnier. Auf Platz 1 liegt Seraina Thoma, zum ersten Mal dabei, Architektin und FDP-Präsidentin aus Wiedikon. Und auf Platz drei folgt Anna Merz, eine «leidenschaftliche Jasserin» (Eigenbezeichnung) aus Albisrieden. Auch sie macht hier das erste Mal mit. Davor und danach positionieren sich der Vater des abwesenden Zunftmeisters Kurt Imhof sowie der legendäre Wiediker Jasser und ehemalige Politiker Monjek Rosenheim.
Mit dabei sind auch drei Vorstandsmitglieder des Quartiervereins Wiedikon: Flurin Capaul (Finanzchef), Céline Büchel (Firmen und soziale Medien) und Präsident Urs Rauber. Während sie in ihrem Verein an der Spitze stehen, bewegen sie sich hier am Turnier im unauffälligen Mittelfeld. Da der Anlass von der Zunft organisiert ist, muss stets mit ironischen Überraschungen gerechnet werden. So auch diesmal, als der Träger der ehrenvollen Schlusslaterne Guido Hensch einen passenden Trostpreis erhält: eine elektronische Mischelmaschine. «Sagt ja alles», meint dazu Organisator Thomas Gerster.
Doch statt vieler Worte wollen wir Bilder sprechen lassen. Aufgenommen von Zunft-Hobbyfotograf Thomas Gerster. Fortsetzung folgt in einem Jahr.



